Kleine Anatomie der Haut
 
Die Haut ist mit einer Oberfläche von ca. 1,6 m² das größte Organ des Menschen. Sie ist nicht an allen Stellen des Körpers gleich dick aufgebaut. Ihre Dicke beträgt zwischen 0,5 und 5 mm und ist an Rumpf und Kopf hinten dicker als vorn. Das Gleiche gilt für die Streckseiten der Arme und Beine. Eine dickere Hautschicht bietet einen besseren Schutz.
 
Die Haut gliedert sich in zwei Schichten, die Kutis und die Subkutis.
 
Kutis
 
Die oberste Schicht ist die so genannte Kutis. Sie besteht aus der Oberhaut, der so genannten Epidermis und der darunter liegenden Lederhaut, die man in der Fachsprache Korium nennt. In der Epidermis findet eine ständige Zellerneuerung statt. Die Epidermis kann sich innerhalb von 28 Tagen regenerieren. Die Lederhaut besteht aus Bindegewebe, das mit Nerven, Gefäßen und Muskeln durchzogen ist.
 
Subkutis
 
Das Unterhautfettgewebe (Subkutis) zählt auch zum Aufbau der Haut. Es besteht aus Fettgewebe, das von Gefäßen durchzogen wird.
 
 
 
Aufgaben der Haut
 
Die Aufgaben der Haut sind vielschichtig, sie dient vor allem:
 
dem Schutz des Körpers vor schädlichen äußeren Einwirkungen, aber auch vor einem Flüssigkeitsverlust des Körpers. Somit nimmt sie ihre Schutzfunktion in beide Richtungen wahr. Schweiß und Talg werden über die Haut abgesondert. Talg fettet die Haut und bietet ihr so auch einen gewissen Schutz.
als Speicher für Flüssigkeit und Fett.
einer Wärmeregulation des Körpers. Dazu werden die Gefäße in der Haut geweitet oder verengt. Jeder kennt wahrscheinlich dieses Phänomen, das z.B. auch beim Erröten, also in einer Stresssituation, vorkommt. Die Gefäße gehen auf, es findet eine vermehrte Durchblutung statt, es wird einem heiß und man errötet.
als Sinnesorgan. So befinden sich in der Haut Wärme- und Kältefühler (Rezeptoren), Druckfühler sowie Schmerzrezeptoren.
 
 
 
 
Definition/Allgemeines
 
Verbrühungen und Verbrennungen entstehen durch Einwirkung von Wärme auf das Gewebe. Dabei steigt die Temperatur soweit an, dass es zu einer Zellschädigung bzw. zum Zelltod kommt und es zu einer Gerinnung der Eiweißpartikel oder sogar zur Verkohlung kommen kann. Wenn die Temperatur 50°C überschreitet, wird die Körperoberfläche geschädigt. Das Ausmaß und die Tiefe der Schädigung hängt von der Höhe der Temperatur ab, mit der das Gewebe geschädigt wurde. Es ist jedoch bekannt, dass bei einer Hitzeeinwirkung von über 65°C die Proteine in der Zelle gerinnen und damit die Zelle zerstört wird.
 
 
Pro Jahr erleiden in Deutschland etwa 15.000 Menschen eine so schwere Hitzeschädigung, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Dafür stehen in Deutschland in speziellen Zentren mehr als 150 Behandlungsbetten zur Verfügung. Die lokalen Rettungsleitstellen wissen um die Standorte und nehmen über eine Zentrale in Hamburg Kontakt zum nächstgelegenen Zentrum für Schwerbrandverletzte auf.
 
 
 
 
Ursachen für Unfälle mit Verbrennungsfolgen
 
Die Ursachen einer Verbrennung oder Verbrühung können vielfältig sein. Man unterscheidet die Schädigung nach den verursachenden Hitzequellen:
 
- Verbrühungen durch heißes Wasser oder Wasserdampf sowie andere Flüssigkeiten
- Verbrennung durch Flammeneinwirkung (Kerze, Kleiderbrand, sonstige Brände)
- Verbrennungen durch Explosionen, wie Gas-oder Sprengstoffexplosionen
- Kontaktverbrennungen (durch heiße Metalle - Bügeleisen, Maschinen)
- Strahlung (Sonne, Solarium, Röntgenstrahlung, Bestrahlungstherapie)
- Verbrennung durch elektrischen Strom (z.B. an Hochspannungsleitungen, stromführenden Maschinen oder Fahrzeugen)
 
 
 
 
Symptome
 
 
Verbrennung 1. Grades
 
Bei einer Verbrennung oder Verbrühung ersten Grades ist der betroffene Anteil der Haut gerötet und schmerzhaft. Es kann zu einer Schwellung kommen. Die sichtbare Rötung ist auf eine vermehrte Durchblutung zurückzuführen. Wenn man mit einem Glasspatel auf das Gebiet drückt, verschwindet die Rötung. Die oberste Epidermisschicht ist geschädigt (Beispiel Sonnenbrand insbesondere der hellhäutigen Menschen).
 
 
Verbrennung 2. Grades
 
Zusätzlich zu Rötung, Schmerz und Schwellung treten hier auch Blasen auf. Infolge der Hitzeeinwirkung kommt es durch Gefäßwandschädigung zum Austritt von Flüssigkeit, die sich unterhalb der Epidermis (Blasendecke) sammelt und so sichtbar wird. Je nach Dauer und Intensität der Hitzeeinwirkung unterteilt man in Verbrennungen Grad IIa und IIb.
 
 
Verbrennung Grad 2a
 
Es zeigen sich Blasen, ein nässender Wundgrund besteht, die Wundfläche ist feucht und glänzend. Der Wundgrund ist gerötet und schmerzempfindlich.
 
Verbrennung Grad 2b
 
Hier sind die Blasen zerrissen, es zeigt sich ein beginnend weislicher Untergrund, leicht raue Wundränder und eine Rötung, die auf Druck nur gering verblasst. Die Wundfläche glänzt weniger und die Schmerzintensität ist geringer.
 
 
Verbrennung 3. Grades
 
Hier kommt es zu einer vollständigen Zerstörung der Haut (Epidermis und Dermis), man findet trockene dicke lederartige Haut, wobei kein Flüssigkeitsaustritt mehr stattfindet. Die Haut schmerzt nicht mehr bei einer Berührung. Die Haut kann weißlich bis bräunlich verfärbt sein. Dies relativ unauffällige Aussehen bereitet Laien oft Schwierigkeiten eine tiefe Verbrennung zu erkennen.
 
 
 
 
Therapie
 
 
Sofortmaßnahmen am Unfallort
 
Nach der Bergung und Entfernung der Hitzequelle, bei Verbrühung möglichst auch der nassen Kleidung ist die Kühlung mit kaltem Wasser die erste und wichtigste Maßnahme. Dadurch kann der Vorgang des Nachbrennens vermindert werden, wenn die Gewebetemperatur unter 50°C sinkt. Man kann dabei die verletzte Extremität bzw. den Körper bis zu 10 Minuten in Leitungswasser eintauchen oder abduschen. Es ist jedoch dringend eine Unterkühlung insbesondere bei schweren und ausgeprägten Verbrennungen zu vermeiden, denn diese fördert die Entstehung eines Schockzustandes, der im Extremfall zum Kreislaufzusammenbruch führen kann und damit die Überlebensprognose verschlechtert.
 
Deshalb gilt:
 
 
1. Ruhe bewahren, die Betroffenen, vor allem Kinder, beruhigen
 
2. soweit es möglich ist, Kleidung an den betroffenen Körperteilen entfernen
 
3. kurz kühlen (10 Minuten)
 
4. die Verletzten in Decken einhüllen; wenn vorhanden, Rettungsdecke aus dünner Folie aus dem Erste-Hilfe-Kasten (silbern/golden) zusätzlich benutzen
 
5. bei Kindern bereits bei leichteren Verbrühungen, bei Erwachsenen bei schweren Verbrennungen/Verbrühungen den Notarzt rufen
 
6. Keine Getränke oder Speisen zu sich nehmen!!!! (Narkoserisiko)
 
7. nach Wohnungsbränden können durch das Einatmen von Rauchgas Halluzinationen und Verwirrungszustände auftreten, daher sind betroffene Personen oft nicht kooperativ und reagieren unangemessen (z.B. wieder in die brennende Wohnung laufen, um etwas zu holen), Personen deshalb nicht allein lassen und in ständigem Kontakt bleiben